M81 und M82 gehören zu den bekanntesten Galaxien des Nordhimmels und bilden gemeinsam ein beeindruckendes Galaxienpaar im Sternbild Großer Bär. Beide Objekte wurden bereits Ende des 18. Jahrhunderts von Johann Elert Bode entdeckt und zählen zur sogenannten M81-Galaxiengruppe, einer benachbarten Ansammlung von Galaxien außerhalb unserer Lokalen Gruppe.

Links im Bild ist M81 (Bodes Galaxie) zu sehen. Sie befindet sich in einer Entfernung von etwa 12 Millionen Lichtjahren und besitzt einen Durchmesser von rund 90.000 Lichtjahren. M81 ist eine große Spiralgalaxie, deren heller Zentralbereich von Milliarden alter Sterne dominiert wird. In den Spiralarmen entstehen dagegen weiterhin neue Sterne, was sich in den bläulichen Bereichen der Galaxie bemerkbar macht.

Rechts befindet sich M82 (Zigarrengalaxie), die ebenfalls etwa 12 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Mit einer Ausdehnung von rund 37.000 Lichtjahren ist sie deutlich kleiner als M81, zeigt jedoch eine wesentlich aktivere Sternentstehung. Verantwortlich dafür sind gravitative Wechselwirkungen mit M81, die gewaltige Gasströme und Sternbildungsgebiete ausgelöst haben. Die charakteristischen dunklen Staubbänder, die das Zentrum der Galaxie durchziehen, sind bereits auf diesem Bild gut erkennbar.

Physikalisch betrachtet stehen beide Galaxien in enger Wechselwirkung miteinander. Frühere Begegnungen haben ihre Struktur beeinflusst und insbesondere in M82 eine außergewöhnlich hohe Sternentstehungsrate ausgelöst. Dabei entstehen massereiche Sterne, deren intensive Strahlung und spätere Supernova-Explosionen große Mengen an Material aus dem Zentrum der Galaxie hinaus treiben.

Dieses Bild zeigt die beiden Galaxien bereits mit erstaunlich vielen Details. Gleichzeitig macht es aber auch die Grenzen meines Beobachtungsstandortes sichtbar. Die Aufnahme entstand von einer Terrasse in einem lichtverschmutzten Innenhof, umgeben von mehrstöckigen Gebäuden. Dadurch sind die Belichtungszeiten und die erzielbare Bildtiefe begrenzt. Besonders die sehr schwachen äußeren Bereiche von M81 sowie die feinen filamentartigen Ausströmungen von M82, die auf Aufnahmen unter dunklem Himmel deutlich stärker hervortreten, bleiben hier weitgehend verborgen.

Dennoch zeigt die Aufnahme eindrucksvoll, dass auch unter suboptimalen Bedingungen faszinierende Objekte in Millionen Lichtjahren Entfernung fotografisch erfasst werden können – Licht, das seinen Weg zur Erde bereits antrat, als die ersten Vorfahren des Menschen noch lange nicht existierten.

Die Daten:
Lacerta 80/500mm auf EQ5 Goto
Asi485MC mit Astronomik L2 UV/IR Filter
60x30s Lightframes
Mit Darks und Flats korrigiert
Gestacked mit Sharpcap
Bearbeitet mit Gimp, Darktable und GraXpert