Heut hab ich einen meiner Lieblingsnebel für euch im Gepäck.

Entdeckt wurde er am 15. Dezember 1792 vom deutsch-britischen Astronomen Wilhelm Herschel und er ist ca. 5000 Lichtjahre von uns entfernt. Der Durchmesser des Nebels beträgt ca. 25 Lichtjahre.

Hier seht ihr meine Aufnahme (inkl. Spektrum des Zentralsterns mit SA100 aufgenommen) von NGC6888, auch bekannt als Crescent Nebula. Das Spektrum habe ich am 14.6. aufgenommen, den Nebel selbst am 30.6. und gestern. Dieser Emissionsnebel entstand durch die extrem starken Sternwinde des zentralen Wolf-Rayet-Sterns WR136 (HD192163), die mit Material kollidieren, das er in einer früheren Phase als Riesenstern abgestoßen hat.
Auffällig sind die intensiven Emissionen im Hα (6563Å) sowie im OIII (5007Å) – beide Linien verraten viel über die ionisierten Gase im Nebel: Hα stammt von Wasserstoff, OIII von zweifach ionisiertem Sauerstoff. Besonders OIII gibt dem Nebel seine türkis-bläuliche Färbung.
Der Zentralstern WR136 ist ein heißer Wolf-Rayet-Stern vom Typ WN6(h), mit einer Oberflächentemperatur von über 70.000K. In seinem Spektrum dominieren breite Emissionslinien von Helium (z.B. HeII 4686Å) und ionisiertem Stickstoff (NIII, NIV, NV) – ein typisches Kennzeichen für WR-Sterne, die ihre äußeren Hüllen bereits abgestoßen haben.

Mich fasziniert immer wieder wie weit man als Amateur ins Weltall eintauchen kann und was bereits mit moderaten Mitteln und Aufwand möglich ist.

Das Setup:
Lacerta 80/500 mit 0.79x Reducer auf Juwei-14 Montierung
Asi485MC mit externer Kühlung und SV220 Duo Narrowband Filter
31 Aufnahmen zu je 5min Belichtungszeit wurden zum fertigen Bild verrechnet
Mit Darks und Flats wurde korrigiert
Mit Sharpcap gestacked und mit Affinity Photo und Gimp nachbearbeitet

Das Spektrum wurde mit dem gleichen Teleskop aufgenommen, allerdings kam die Asi678MM mit dem StarAnalyser 100 zum Einsatz und wurde mit RSpec ausgewertet.