
M13 – Der Große Kugelsternhaufen im Herkules
Letzte Woche konnte ich den Kugelsternhaufen Messier 13 aufnehmen – eines der beeindruckendsten Deep-Sky-Objekte des Nordhimmels.
Der Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules zählt zu den bekanntesten und beeindruckendsten Objekten des Nordhimmels. Mit bloßem Auge erscheint er unter dunklem Himmel als schwacher, nebliger Lichtfleck. Bereits in kleinen Ferngläsern wird er sichtbar, während mittlere und größere Teleskope tausende einzelne Sterne auflösen können.
Entdeckung und historische Beobachtungen
M13 wurde bereits im Jahr 1714 vom englischen Astronomen Edmond Halley entdeckt. Charles Messier nahm den Kugelsternhaufen später als dreizehntes Objekt in seinen berühmten Messier-Katalog auf, der ursprünglich dazu diente, Kometenjäger vor Verwechslungen mit unbeweglichen Nebelobjekten zu bewahren.
Über viele Jahrzehnte blieb die wahre Natur von M13 unklar. Erst mit den größeren Teleskopen des 18. und 19. Jahrhunderts gelang es Astronomen, die neblige Erscheinung in eine riesige Ansammlung einzelner Sterne aufzulösen. Damit wurde deutlich, dass es sich um einen Kugelsternhaufen handelt – eine der ältesten bekannten Strukturen unserer Milchstraße.
Entfernung und Größe
M13 befindet sich in einer Entfernung von etwa 22.000 Lichtjahren von der Erde. Sein tatsächlicher Durchmesser beträgt ungefähr 145 Lichtjahre, während sich sein gravitativer Einfluss über einen deutlich größeren Bereich erstreckt.
Am Himmel erscheint M13 etwa 20 Bogenminuten groß und nimmt damit ungefähr zwei Drittel des scheinbaren Monddurchmessers ein. Seine enorme Sternendichte macht ihn zu einem der eindrucksvollsten Kugelsternhaufen für Amateurastronomen.
Eine uralte Sternenstadt
Kugelsternhaufen gehören zu den ältesten Objekten unserer Galaxie. Das Alter von M13 wird auf rund 11 bis 12 Milliarden Jahre geschätzt. Die meisten seiner Sterne entstanden bereits kurz nach der Bildung der Milchstraße.
Während unsere Sonne erst vor etwa 4,6 Milliarden Jahren entstand, existierte M13 bereits seit Milliarden Jahren. Die Sterne des Haufens liefern Astronomen daher wertvolle Informationen über die Frühzeit unserer Galaxie und die Bedingungen im jungen Universum.
Hunderttausende Sterne auf engstem Raum
M13 enthält schätzungsweise 300.000 bis 500.000 Sterne, die durch ihre gegenseitige Gravitation zusammengehalten werden.
Besonders beeindruckend ist die Sternendichte im Zentrum des Haufens. Dort liegen die Sterne so dicht beieinander, dass die durchschnittlichen Abstände deutlich kleiner sind als in der Umgebung unserer Sonne. Während der nächste Stern zu unserem Sonnensystem mehr als vier Lichtjahre entfernt ist, wären die Nachbarsterne im Kern von M13 wesentlich näher und würden am Himmel deutlich heller erscheinen.
Die Physik eines Kugelsternhaufens
Im Gegensatz zu offenen Sternhaufen wie den Plejaden handelt es sich bei M13 um ein gravitativ sehr stabiles System. Die Sterne umkreisen das gemeinsame Schwerezentrum des Haufens seit Milliarden Jahren.
Da die meisten massereichen Sterne ihre Entwicklung bereits vor langer Zeit abgeschlossen haben, dominieren heute ältere und vergleichsweise massearme Sterne das Erscheinungsbild. Viele ursprünglich massereiche Sterne haben sich bereits zu Weißen Zwergen, Neutronensternen oder Schwarzen Löchern entwickelt.
Die geringe Häufigkeit schwerer chemischer Elemente in den Sternen von M13 zeigt, dass diese Sterne entstanden, als das Universum noch vergleichsweise wenig mit Elementen wie Kohlenstoff, Sauerstoff oder Eisen angereichert war. Astronomen bezeichnen solche Sterne als metallarm, was typisch für sehr alte Sternpopulationen ist.
Die berühmte Arecibo-Botschaft
M13 besitzt auch eine besondere Bedeutung in der Geschichte der Astronomie. Im Jahr 1974 wurde von dem Radioteleskop von Arecibo in Puerto Rico eine symbolische Nachricht ins All gesendet – die sogenannte Arecibo-Botschaft.
Die Nachricht enthielt grundlegende Informationen über die Menschheit, unser Sonnensystem und die chemischen Bausteine des Lebens. Als Ziel wählte man M13 aufgrund seiner großen Sternenzahl und seiner Bekanntheit. Da sich der Haufen rund 22.000 Lichtjahre entfernt befindet, wird das Signal M13 allerdings erst in vielen Jahrtausenden erreichen.
Beobachtung von M13
M13 ist bereits in einem Fernglas als kleiner, runder Lichtfleck sichtbar. Mit Teleskopen ab etwa 100 mm Öffnung beginnen sich die äußeren Bereiche in einzelne Sterne aufzulösen. Größere Instrumente zeigen schließlich ein beeindruckendes Gewimmel aus unzähligen Sternen, das sich bis tief ins Zentrum verfolgen lässt.
Die Daten:
Lacerta 80/500mm auf Juwei-14
Asi485MC mit TS Photoline 0.79x Reducer und Astronomik L-2 UV/IR Cut Filter
185 x 20s gestacked
Dark und Flat korrigiert
Mit Sharpcap aufgenommen und gestacked
Bearbeitet mit Siril und Darktable