
Sonne im Weißlicht
Sonnenaktivität am 18. September 2024
Diese Aufnahme der Sonnenphotosphäre entstand am 18. September 2024 und zeigt mehrere aktive Regionen gleichzeitig auf der Sonnenscheibe. Das Bild entstand während der Phase hoher Aktivität des Sonnenzyklus 25 und dokumentiert eindrucksvoll die dynamischen Prozesse auf der sichtbaren Oberfläche unserer Sonne.
Sonnenflecken – kühle Regionen in starken Magnetfeldern
Die dunklen Bereiche auf der Sonnenscheibe sind Sonnenflecken. Sie entstehen in Regionen besonders starker Magnetfelder, welche den Energietransport aus dem Sonneninneren teilweise behindern. Dadurch sind diese Bereiche kühler als ihre Umgebung und erscheinen im Vergleich zur übrigen Photosphäre dunkel.
Typische Temperaturen liegen bei:
Photosphäre: etwa 5.500 °C
Umbra (dunkler Zentralbereich): etwa 3.500–4.500 °C
Penumbra (hellerer Randbereich): etwa 4.500–5.000 °C
Sonnenflecken sind dabei keineswegs „kalt“. Würde ein Sonnenfleck isoliert am Nachthimmel erscheinen, wäre er noch immer heller als viele künstliche Lichtquellen auf der Erde. Der dunkle Eindruck entsteht ausschließlich durch den Kontrast zur wesentlich heißeren Umgebung.
Deutlich sichtbare Umbren und Penumbren
Besonders auffällig sind die größeren Flecken auf der rechten Bildseite. Hier lassen sich die verschiedenen Bestandteile eines Sonnenflecks sehr gut erkennen.
Im Zentrum befindet sich die dunkle Umbra, die von einer helleren, faserig wirkenden Penumbra umgeben wird. Die charakteristische Struktur der Penumbra entsteht durch Magnetfeldlinien, die nicht mehr senkrecht aus der Sonnenoberfläche austreten, sondern zunehmend geneigt verlaufen. Dadurch bilden sich die typischen radialen Filamente.
Der große Fleck im unteren rechten Bereich zeigt zwei deutlich getrennte Umbren innerhalb einer gemeinsamen Penumbra – ein häufiges Merkmal größerer und dynamischer Sonnenfleckengruppen.
Aktive Regionen und kleinere Flecken
Auf der linken Bildseite befindet sich eine ausgedehnte aktive Region mit zahlreichen Einzelumbren, kleineren Flecken und Poren. Diese Region wirkt deutlich komplexer aufgebaut als die isolierten Flecken in der Bildmitte.
Zwischen den größeren Strukturen sind zahlreiche kleine dunkle Punkte erkennbar.
Fackelgebiete am Sonnenrand
Besonders auf der rechten Bildseite fallen ausgedehnte helle Bereiche auf. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um sogenannte Fackelgebiete (Faculae).
Diese magnetisch aktiven Regionen erscheinen vor allem in der Nähe des Sonnenrandes besonders kontrastreich. Dort ermöglicht die schräge Sicht auf die Photosphäre einen Blick auf die heißen Wände magnetischer Strukturen, wodurch die Gebiete heller wirken als ihre Umgebung.
Fackelgebiete begleiten häufig aktive Regionen und können oftmals noch sichtbar bleiben, nachdem die zugehörigen Sonnenflecken bereits verschwunden sind.
Die Struktur der Photosphäre
Über die gesamte Sonnenscheibe zeigt sich eine feine körnige Textur. Ein Teil dieses Eindrucks stammt von der Granulation der Sonnenoberfläche, die durch aufsteigende heiße und absinkende kühlere Gasströme entsteht.
Einzelne Granulen besitzen typischerweise einen Durchmesser von etwa 1.000 Kilometern und existieren oft nur wenige Minuten, bevor sie sich wieder auflösen. Bei der vorliegenden Aufnahme wird diese Struktur jedoch nicht vollständig aufgelöst, sodass die sichtbare Körnung als Gesamteindruck der Photosphäre betrachtet werden sollte.
Ein Blick auf die magnetische Aktivität der Sonne
Die Aufnahme zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich aktive Regionen auf der Sonne aussehen können. Sichtbar sind große und kleine Sonnenflecken, deutlich ausgeprägte Umbren und Penumbren, zahlreiche Poren sowie helle Fackelgebiete am Sonnenrand.
Besonders interessant ist die Kombination aus komplexen Fleckengruppen und ausgedehnten Fackelgebieten, die einen direkten Eindruck von den gewaltigen Magnetfeldern vermittelt, welche die Aktivität unserer Sonne bestimmen. Solche Strukturen verändern sich oft innerhalb weniger Tage und machen jede Aufnahme der Sonne zu einem einzigartigen Dokument eines ständig wandelnden Sterns.
Die Daten:
Übersichtsbild:
Skywatcher 102/500mm auf AZ-GTi
Asi485MC mit UV/IR Cut Filter
Detailbild:
Übersichtsbild:
Skywatcher 127/1500mm auf AZ-GTi
Asi485MC mit UV/IR Cut Filter